Rund zehn Jahre sind die größten Charthits von Nelly Furtado inzwischen her, seither macht sie aber keineswegs den Eindruck, diese auf Biegen und Brechen wiederholen zu wollen. Sie scheint es dagegen eher relaxt angehen zu lassen, und musikalisch das zu tun, worauf sie Lust hat. Auch das, was die Kanadierin auf ihrem sechsten und neuesten Longplayer „The Ride“ abliefert, ist wieder überaus tauglich. Und langweilig in Sachen Musikstil wurde es bei der 38-Jährigen ja eh noch nie.
Nachdem die ersten beiden Alben Anfang des Jahrtausends noch recht folkig und luftig daherkamen und dabei Hits wie „I’m Like A Bird“, „Turn Off The Light“ oder „Powerless“ hervorbrachten, holte sich Nelly Furtado dann Starproducer Timbaland an ihre Seite, so dass der Großteil ihres bislang erfolgreichsten Albums „Loose“ dann sehr „black“ klang. Mit Hits wie „Maneater“, „Promiscuous“ und ihrem größten Single-Erfolg „Say It Right“ (weltweit über sieben Millionen Mal verkauft) war ihre Musik plötzlich komplett clubtauglich – aber auch da fanden sich wiederum auf dem Album Balladen, ein spanisches Duett mit Juanes oder auch „All Good Things (Come To An End)“, die aus dem Rahmen des restlichen Konzepts fielen.
Nach dem Megaerfolg erfand sich Nelly Furtado erneut neu – das nächste Album war komplett spanisch. Danach überlegte sie, die Musik vielleicht komplett an den Nagel zu hängen, entschied sich aber um …
Nach „The Spirit Indestructible“ haben wir jetzt erst mal fünf Jahre nix mehr von ihr gehört. Auf „The Ride“ hat Nelly das Ruder überwiegend selbst in die Hand genommen – alle Songs auf dem Album sind selbst (mit)geschrieben und wirken textlich eher nachdenklich. Da aber auch hier der Bass immer wieder durch die Songs wummert - mal präsenter und treibender, mal relaxter - ist auch auf Furtado-Album Nr. 6 für Abwechslung gesorgt. Ein erfolgreiches Auftauchen in den Charts wäre verdient. Lassen wir uns überraschen …

Sven Steiner

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