Es gibt Bands, die ständig präsent zu sein scheinen und Bands, die gelegentlich, auch für längere Zeit einfach untertauchen, um dann wie aus dem Nichts wieder aufzutauchen, um ihrer Geschichte ein neues Kapitel hinzuzufügen. Zu den letzteren gehören ganz sicher die Wild Boys. Gegründet 1975, eine Radau-Band allererster Güte, laut, brachial, jung und eben wild, verschlief man die späten 80er und die kompletten 90er Jahre, bevor es im Jahr 2001 wieder hieß: back on the road!

Diese Situation stellt sich nun, im Jahr 2013, ähnlich dar. Die Band war für die Öffentlichkeit nicht präsent, ohne allerdings inaktiv zu sein. Es hat sich vieles getan in den vergangenen Jahren. Bernd „Nando“ Fichter stieg 2008 aus der Band aus und für ihn kam David Trautwein, für Hanse und Jusy nicht nur der Wunschkandidat, sondern praktisch auch die einzige Alternative zu seinem Vorgänger. Das Programm wurde komplett neu erarbeitet und zusammengestellt, da mit David kein normaler Bassist zur Band stieß, sondern ein gelernter Gitarrist, zudem ein sehr guter. Somit veränderte sich das Klanggefüge der Wild Boys und es sprudelten massenhaft neue Ideen, die umgehend verarbeitet wurden. 2010 war es dann so weit, dass die Band das neue Programm auch öffentlich präsentieren wollte.

Es kam aber anders. Durch private Schicksalsschläge trat die Musik komplett in den Hintergrund und die drei Musiker beschränkten sich darauf, im hauseigenen Studio gelegentlich zusammen zu jammen, wenn es zeitlich passte.

Nun, 3 Jahre danach, ist man bereit, das neue Programm im Rahmen einer kleinen Club-Tour endlich zu präsentieren. Dabei wird man feststellen, dass aus dem ehemals reinen Rock-Trio eine sehr vielseitige und facettenreiche Band geworden ist. Natürlich gibt es immer noch die typischen Riff-Rocker. Aber es kamen viele melodiöse Songs hinzu, die durchweg unter die Haut gehen und einen authentischen Hintergrund haben. Auch ein akustisch gespielter Teil wurde ins Programm mit eingebaut – Songs, in denen die Erlebnisse der vergangenen Jahre verarbeitet werden. Coverversionen wurden bis auf wenige Ausnahmen gestrichen und die wenigen verbliebenen Songs fremder Komponisten werden auf eine völlig andere Weise dargeboten, als man dies vom Original her kennt. Selbstverständlich werden alle Songs der letzten veröffentlichen Scheibe „Sailing Away“ zu hören sein, auch Nummern des High-Time-Albums von 2004 sind im Programm. Die neuen Songs sind für eine neue CD geplant, wie bei den Wild Boys nicht anders zu erwarten, Veröffentlichungsdatum ungewiss. In jedem Fall erwartet den Zuhörer live immer ein Konzertabend dreier Musiker, die authentisch und ohne doppelten Boden genau das bieten, wofür sie selbst stehen: handgemachte Musik, die sich von der Massenware deutlich und positiv abhebt und immer wieder überrascht, bevor sie klischeehaft wird – einfach kreativ!