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Wer wirklich mit Nachdruck an seiner Strandfigur für dieses Jahr arbeiten will, erlebt an Fastnacht einen fiesen Gegner. Denn mit Fasnachtsküchle, alkoholischen Leckereien und diversen Festmahlen bleibt zwischen Schmotzigem Donnerstag und Aschermittwoch für den Kampf gegen Hüftgold kaum Raum, dafür aber ein gigantisches Füllhorn voller Versuchungen. Was also tun? Sich den ganzen Spaß verkneifen, zuhause bleiben und eisern fasten? Nein, muss man nicht. Bloß cleverer fasten. Das geht, wenn man die folgenden Regeln beherzigt.

1. Regel: Für genügend Schlaf sorgen

Den ganzen Tag lang hart feiern und schlemmen, dann nur wenige Stunden schlafen, um sich anschließend hundemüde und übernächtigt auf den Weg zur Arbeit zu machen, ist nicht nur wegen des Restalkoholspiegels eine sehr gefährliche Nummer, die schon so manchen den Führerschein kostete. Es ist auch im Abnehm-Sinn falsch.

Denn Schlaf ist einer der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte für eine erfolgreiche Diät, das liegt an einem Wechselspiel zweier Hormone, Ghrelin und Leptin.

  • Ghrelin wird nur produziert, wenn wir wach sind; es regt den Appetit an, damit sichergestellt ist, dass der im Wachzustand energiehungrigere Körper ausreichend versorgt wird.
  • Leptin wird nur im Schlaf produziert. Dann zügelt es den Hunger, damit wir beispielsweise nicht wegen eines leeren Magens erwachen und so die Ruhe gestört wird.

Deshalb gilt: Je länger man an den tollen Tagen schläft, desto weniger wird man von vornherein hungrig sein. Und wir empfehlen deshalb, einfach Urlaub zu nehmen.

2. Regel: Dem „Örtchen“ gegenwirken


Nach jedem Bier die gleiche Menge Wasser. Beugt nicht nur dem Kater vor, sondern hemmt auch den Heißhunger.

Es dröhnen die größten Fasentshits, die Stimmung kocht und natürlich fließt auch der Alkohol. Bis hierhin Normalität. Ebenso normal ist es, dass natürlich gilt „was rein muss, muss auch wieder raus“. Und was macht man? Man sucht je nach Alkoholmenge ziemlich häufig das an jenen Tagen häufig gar nicht so stille Örtchen auf. Dabei landet allerdings nicht nur eine Menge Flüssigkeit im Abfluss, was mit ein Grund dafür ist, dass man nach dem Trinken einen dicken Kopf hat. Schlimmer: Man schwemmt auch eine Menge wichtiger Nährstoffe aus dem Körper.

Das wiederum führt dazu, dass der Körper sich die verlorenen Nährstoffe ersetzen will, er meldet Hunger an. Man kann ihn jedoch überlisten. Nach jedem Bier, jedem Wein, jedem Kurzen eine gleiche Menge Mineralwasser trinken. Das hat auch den Vorteil, dass man länger klar bleibt.

Tipp: Es gibt zudem einige recht natürliche Inhaltsstoffe, die wir teils sowieso über die Nahrung aufnehmen, die aber einen hungerreduzierenden Effekt haben können. Dazu gehören unter anderem Chrom, Forskolin oder Fucoxanthin, welches in Algen steckt. Sie zusätzlich zu sich zu nehmen, kann den Fasent-Heizhunger weiter reduzieren.

3. Regel: Schenken statt naschen

Nicht bei jedem Umzug in unserer Region wird es gemacht, aber doch bei einigen fliegen natürlich auch Bonbons und anderes Naschwerk zu den Zuschauern bzw. werden sie verteilt. Um den entsprechenden Supermarktgang kann man ja noch einen Umweg machen, aber hierbei…

Dabei ist die Lösung ganz einfach: Fangen und einsammeln darf man. Und danach macht man, falls man selbst keinen Nachwuchs hat, einfach einem beliebigen Kind unter den Zuschauern eine Freude indem man ihm einfach die gesammelten Köstlichkeiten überreicht.

4. Regel: Kalorienbewusst Alkohol trinken

                „Mein Freund, Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rate ich dir“

Wohl jeder dürfte diesen Reim schon mal im Zusammenhang mit Katervermeidung gehört haben. Und auch wenn man ihn stattdessen mal in Richtung Kalorien weiterdenkt, klingt er ziemlich logisch:

Bier – Flüssigbrot. Da steckt Hefe drin und Gerste. Alles so richtige Dickmacher. Und unter einem Bierbauch kann sich jeder etwas vorstellen – aber ein Weinbauch? Nie gehört.

Und so greifen viele auf die Figur bedachte Freunde des Brauchtums an Fasent zum Rebsaft – ist ja auch gut für die lokalen Winzer. Das mit Sicherheit, allerdings weit weniger gut für die schlanke Linie. Denn was den Kaloriengehalt anbelangt, siehts leider folgendermaßen aus:

  • Bier:                      43kcal pro 100ml
  • Hefeweizen:     43kcal pro 100ml
  • Weißwein:         60kcal pro 100ml
  • Rotwein:             67kcal pro 100ml
  • Sekt:                     80kcal pro 100ml
  • Prosecco:           83kcal pro 100ml

Und von Cocktails brauchen wir erst gar nicht anfangen, von denen sollte man wegen ihres Kaloriengehalts (ein Caipirinha kommt auf satte 107kcal pro 100ml) ganz die Finger lassen. Gilt übrigens noch viel mehr für Schnaps. Purer Wodka kommt beispielsweise, (hochgerechnet auf 100ml) auf satte 215kcal. 

Dann doch lieber Bierchen – macht auch nicht ganz so schnell betrunken wie selbst ein leichter Weißwein.

5. Regel: Grundlagen schaffen

Jeder weiß, dass man vor einer Feier eine Nahrungsgrundlage schaffen sollte, damit der Alkohol nicht auf einen leeren Magen trifft und dort zu schnell resorbiert wird.

Das Problem daran ist, dass der Trick nur dann funktioniert, wenn die zugenommenen Speisen reich an Fett und/oder Kohlehydraten sind. Alles nicht wirklich gut, wenn man auf die Linie achtet.

An diesem Punkt muss man abwägen. Man kann nur zwischen einer Nahrungsgrundlage gegen Alkohol wählen und einer, die gegen die allzu kalorienreichen Verlockungen des Fasents schützt. Wer auf letzteres setzen will, sollte folgendes konsumieren:

  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Fisch
  • Hülsenfrüchte (etwa Bohnen oder Erbsen)
  • Tee

Tipp: Helfen kann es allerdings auch, wenn man weiterdenkt. Also schon vor den eigentlichen tollen Tagen die Kalorienzufuhr reduzieren, um sich damit praktisch ein Budget zu schaffen.

6. Regel: An strategisch günstigen Orten feiern


Wer sich beim Feiern in Sicht- und Reichweite von Imbissbuden stellt, ist selbst schuld, wenn er wie magisch angezogen wird.

Zu einem Fastnachtsumzug gehört mindestens eine Pommesbude, die irgendwo standortgünstig aufgebaut wurde. In jeder Kneipe, jedem Saal, in dem es hoch her geht, werden irgendwo auch belegte Brötchen und meist noch viel mehr verkauft.

Wem seine Diät bzw. sein Heißhunger egal ist, stellt sich einfach „irgendwo“ auf, ganz gleich ob es dort gerade nach Spießbratenbrötchen duftet oder nicht. Wer hingegen clever ist, plant das Feiern so, dass er idealerweise gar nicht mit den kalorienreichen Leckereien in Kontakt kommt – weder durch Hinsehen noch „Hinschnuppern“.

7. Regel: Kräftig abtanzen

Jede einzelne Bewegung, die wir machen, verbrennt Kalorien. Und in diesem Sinne sollten auch ansonsten ausgesprochene Tanzmuffel zu Fasent zum genauen Gegenteil mutieren, wenn ihnen die Diät lieb ist. Denn Tanzen verbrennt, wenn man dabei den ganzen Körper bewegt, binnen einer Viertelstunde stramme 100 Kalorien.

Ganz recht, man kann in der Zeit, in der man ein (kleines) Bier mit Genuss trinkt, dessen Kalorienmenge fast wieder abtrainieren. Und das Allerbeste: Dem Körper ist es herzlich egal, ob man sich dabei an irgendeinen akzeptierten Tanzstil hält. Hauptsache man bewegt sich.

Tipp: Übrigens gilt das natürlich auch in kleinen Dosen. Wenn man sich beispielsweise den Umzug anschaut, sollte man nicht nur dabeistehen und bloß den Flaschen-haltenden Arm regelmäßig zum Mund bewegen, sondern mit den Hüften im Takt wippen, winken, einfach auch körperlich Fastnachtslaune ausdrücken.


Einfache Regel: Wer morgens schwitzt, darf danach ohne Kalorienreue feiern und genießen – zumindest bis zum nächsten Morgen.

8. Regel: Keine Feier ohne Sport

Fastnachtsfeiern fangen zwar meistens ein gutes Stück früher am Tag an als man es von anderen Festivitäten gewohnt ist. Aber: Immer bleibt einem zumindest morgens und vormittags noch eine Menge Freiraum.

Den sollte man effektiv nutzen, und sich am besten jeden Karnevalstag ins Fitnessstudio begeben. Eine Stunde auf Laufband oder Stepper reicht bereits aus, um sich ein Kaloriendefizit für den ganzen Tag aufzubauen.

Tipp: Clevere sehen das als Chance, sich in Sachen Kostüm dieses Jahr nicht ganz so aufwendig kleiden zu müssen. Wer morgens Sport treibt, hat berechtigterweise keine Zeit, sich lange zu schminken und anderweitig in Schale zu werfen. Mit der Ausrede kann man bestens ins alte Affenkostüm steigen oder den einfachen aber wirksamen Bären-Dress anlegen.  

9. Regel: Traditionell denken

So viel vorweg: Wenn man alle bisherigen Regen beherzigt, wird die 2019er Fasnacht einem definitiv nicht den Diätplan demolieren. Aber man kann die Sache auch noch einfacher haben, indem man wirklich traditionell denkt.

Denn worum ging es früher bei diesem Fest? Genau, es war die letzte große Sause, bevor die Fastenzeit losging. Und wer es dieses Jahr ganz ähnlich macht, also bis Ostern auf seine Diät-Anstrengungen noch eine Schippe draufwirft, kann wirklich ohne Reue feiern.

 

 

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