Schutz vor Einbrüchen
Schutz vor Einbrüchen © ©Marlon Bönisch, fotolia.com

Das Polizeipräsidium Offenburg hat jüngst seine Kriminalstatistik für das Jahr 2018 veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Region auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren. Allerdings: Im Ortenaukreis wurden im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Einbrüche begangen, nachdem 2016 mit 905 Fällen sogar ein Rekordhoch erreicht wurde. Grund genug darüber zu informieren, wie Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung zuverlässig gegen Einbruch sichern.

Alle drei Minuten findet im Durchschnitt irgendwo in Deutschland ein Einbruch statt. Auch in der Ortenau dringen Einbrecher häufig in Häuser und Wohnungen ein, um Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände zu stehlen. Viele Menschen interessieren sich nicht sonderlich für das Thema, weil sie der Meinung sind, dass bei ihnen ohnehin nicht viel zu holen sei. Das wissen allerdings die Täter vorher nicht.

Andere beruhigen sich damit, dass im Falle des Falles die Versicherung den Wert des Diebesguts ersetzt. Das ist meist zwar richtig, allerdings richten Einbrüche nicht nur materiellen Schaden an. Sie können zu Traumata und anderen psychischen Leiden führen und einem das Gefühl vermitteln, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein. Man sollte also tunlichst zusehen, gar nicht erst zum Einbruchsopfer zu werden.

Nach Polizeieingaben brechen die meisten Täter einen Einbruch ab, wenn sie nicht innerhalb von drei Minuten diskret ins Haus gelangen. Wer ein paar goldene Verhaltensregeln beachtet und sein Zuhause mit mechanischen Sicherungen wie Querriegelschlössern und abschließbaren Fenstergriffen schützt, macht es Einbrechern schwer. Technische Geräte wie Bewegungsmelder und Alarmanlagen sorgen für zusätzliche Sicherung und verschiedene Technologien im Bereich Smart Home können das eigene Zuhause sogar zu einer uneinnehmbaren Festung machen. Solche Maßnahmen können zudem durch Zuschüsse gefördert werden. Hier liegt es in der eigenen Verantwortung, sich bestmöglich vor ungebetenen Besuchern zu schützen.

 

Das richtige Verhalten

Der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter setzt auch 2019 einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung von Einbruchsdelikten. Mit einfachen Maßnahmen kann jeder einzelne jedoch bereits einiges zum Schutz seiner vier Wände beitragen.

Fenster und Türen

Fenster und Türen sollten stets geschlossen werden, auch wenn die Wohnung nur kurz verlassen wird. Dabei ist auch an Balkon- und Terrassentüren zu denken – Fenster sollten nicht gekippt bleiben. Durch ein gekipptes Fenster einzudringen, ist für routinierte Einbrecher ein Kinderspiel. Ein nachweislich gekipptes Fenster wird darüber hinaus von vielen Versicherungen als grob fahrlässiges Verhalten eingestuft. Im Falle des Falles weigern sich die Versicherer oft, Schadensansprüche aus der Hausratversicherung zu übernehmen.

Auch die Kellertüre wird von Einbrechern gerne genutzt. Auch hier zeigt die Statistik, dass viele Bewohner hier zu unvorsichtig sind und die Türen nicht richtig verschließen.

 

Schlüssel nicht draußen verstecken

Es ist immer noch eine weit verbreitete Gepflogenheit: einen Zweitschlüssel unter der Fußmatte oder in einem Blumenkübel zu verstecken, um beim Verlust des Hauptschlüssels unproblematisch wieder ins Haus zu können. Auch bei originelleren Verstecken ist dringend davon abzuraten, einen Zweitschlüssel draußen liegenzulassen. Einbrecher sind findig!

 

Bei Schlüsselverlust Schlösser austauschen

Kommt der Hausschlüssel abhanden, sollte sofort veranlasst werden, dass die Schlösser ausgetauscht werden. Man weiß nie, in welche Hände der Schlüssel gerät.

 

Keine Hinweise auf Abwesenheit hinterlassen

Ein kurzer Hinweis auf dem Anrufbeantworter informiert Bekannte, dass man gerade im Urlaub und nicht erreichbar ist. Allerdings kommt diese Information gegebenenfalls auch an die falschen Personen. Eventuell wollen Einbrecher kontrollieren, ob jemand zuhause ist und werden so darauf hingewiesen, dass die Gelegenheit günstig ist, die Wohnung leerzuräumen. Vorsicht auch auf sozialen Netzwerken: Dass man seine Freude über die bevorstehende Traumreise teilen will, ist verständlich. Aber auch Einbrecher sind auf Facebook und Co. aktiv; sie suchen oft sogar gezielt nach solchen Urlaubsankündigungen. Selbst wenn das Profil auf privat geschaltet ist, macht die Nachricht von einem geplanten Urlaub womöglich die Runde. Besser ist es, die Urlaubserlebnisse hinterher zu teilen.

 

Vorsicht, wenn es klingelt

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Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt und jemand klingelt, sollte man sich zunächst über die Gegensprechanlage erkundigen, wer vor der Türe steht und zu welcher Hauspartei die Person möchte. Steht jemand bereits vor der Wohnungstür, kann der Türspion einen ersten Eindruck vermitteln. Falls nicht vorhanden, kann die Wohnungs- bzw. Haustür mit einer Türkette ausgestattet werden. Dann lässt sich die Tür guten Gewissens einen Spaltbreit öffnen. Niemand sollte sich scheuen, durch die geschlossene Tür zu rufen, dass sie keine Zeit haben, wenn kein Besuch erwartet wird. Dennoch sollte man auf ein Klingeln an der Tür reagieren – unter Umständen könnten Einbrecher damit kontrollieren wollen, ob jemand da ist.

 

Sonstiges

Wenn Sie in den Urlaub fahren, bitten Sie einen Familienangehörigen oder Nachbarn Ihren Briefkasten regelmäßig zu leeren. Eine gute Nachbarschaft, in der jeder ein Auge auf den anderen hat, ist auch in Sachen Einbruchschutz sowieso viel wert. Kommt Ihnen in Ihrer Wohngegend jemand nachhaltig verdächtig vor, rufen Sie die Polizei über den Notruf 110. Dasselbe gilt natürlich, wenn es doch zu einem Einbruch gekommen ist. Spielen Sie keinesfalls den Helden.

 

Fachleute empfehlen ausreichende mechanische Sicherung

Die Polizei rät: Eine vernünftige mechanische Sicherung schützt am meisten vor Einbrüchen. Wenn die Täter Schwierigkeiten haben, ins Haus zu kommen, halten sie sich in der Regel nicht lange auf und ziehen weiter. Dabei gilt es verschiedene Punkte zu berücksichtigen:

  • Türen

Bei Türen garantiert die DIN-Norm EN 1627, die in sechs sogenannte Resistance Classes (RC) unterteilt ist, ab der RC 2, dass die Gesamtkonstruktion aus Türblatt, Schloss und Beschlag keinerlei Schwachstellen aufweist und insgesamt ein zuverlässiger Einbruchschutz besteht. Zusatzschlösser, Türketten und Türspaltsperren können den Schutz noch verstärken.

  • Fenster

Auch bei Fenstern gewährleistet die RC 2 nach DIN EN 1627, dass die einzelnen Elemente wie Rahmen, Beschläge oder Verglasung aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und nicht ohne weiteres aufgebrochen werden können.

  • Rollläden

Rollläden sollten nach Möglichkeit nicht außen angebracht sein, damit Einbrecher sie nicht einfach hochschieben können. Einen ergänzenden Schutz für Fenster und Türen bieten Rolläden ab RC 2 nach DIN EN 1627.

  • Sonstiges

Oft gekippte Fenster, zum Beispiel auf der Toilette, lassen sich durch Fenstergitter zusätzlich sichern. Rollenrostsicherungen und einbruchhemmende Gitterroste eignen sich zum Schutz von Kellerfenstern und -lichtschächten. Hierbei ist darauf zu achten, dass auf dem Grundstück keine Gegenstände wie Mülltonnen und Leitern frei zugänglich sind, die Einbrecher als Aufstiegshilfe nutzen können.

 

Technische Sicherung

Eine entsprechende Beleuchtung auf dem Grundstück kann auf Einbrecher ebenfalls abschreckend wirken. So wird durch mehrere Bewegungsmelder das Licht eingeschaltet. Eine oft sinnvollere Alternative, da viele Bewegungsmelder auch durch herumstreunende Tiere anspringen, ist eine schwache Dauerbeleuchtung durch Energiesparlampen im Garten. Für Einbrecher erscheint das Haus dann weniger reizvoll, da sie es vorziehen, im Schutz der Dunkelheit zu agieren.

Eine Alarmanlage, von denen es viele verschiedene Modelle auf dem Markt gibt, ist ebenfalls eine sinnvolle Anschaffung. Das Prinzip ist einleuchtend: Bei Störfällen sondert sie einen schrillen Alarmton ab, der die allermeisten Einbrecher sofort verscheucht. Viele Anlagen senden zudem eine Nachricht an den Besitzer oder direkt an die Polizei. Kleine Geräte, die Hundegebell oder das Flimmern eines Fernsehers simulieren, wirken bei Abwesenheit abschreckend auf Einbrecher. Mithilfe von Zeitschaltuhren lässt sich zu bestimmten Zeiten das Licht in bestimmten Wohnräumen einschalten, um Anwesenheit vorzutäuschen. 

 

Einbruchschutz mit Smart-Home-Technologien erhöhen

© Stockwerk-Fotodesign, fotolia.comModerne Smart-Home-Technologien erhöhen den Einbruchschutz zusätzlich und sorgen dafür, dass unser Grundbedürfnis nach Sicherheit vollends zufriedengestellt wird. Eine tolle Erfindung sind intelligente Türschlösser, die sich über eine App auf dem Smartphone kontrollieren und bedienen lassen. Ist man sich nach Verlassen des Zuhauses unsicher, ob die Tür auch wirklich abgeschlossen ist, kann man dies mit einem Blick aufs Handy überprüfen und gegebenenfalls nachholen.

 

Fenstersensoren erfassen, wenn ein Fenster nicht richtig geschlossen ist oder jemand versucht, es von außen zu öffnen. Manche Fenstersicherungen registrieren sogar, wenn sich draußen jemand dem Fenster nähert. Auch in diesen Fällen erhält man eine Benachrichtigung aufs Handy. Glasbruchmelder, die bei zerberstendem Glas Alarm schlagen, und Rollladen- und Lichtsteuerungen tragen ebenfalls zum Schutz des Hauses bei. Darüber können im Urlaub jederzeit die Rollläden heruntergelassen und das Licht eingeschaltet werden, um Anwesenheit vorzutäuschen,

Beliebt sind außerdem smarte Kameras, deren Aufnahmen man jederzeit über das Smartphone einsehen kann. Verbindet man solch eine Kamera mit einem Bewegungsmelder, wird sie bei verdächtigen Bewegungen sofort aktiviert und informiert per Email, dass etwas nicht stimmt. Die Aufnahme kann unterwegs überprüft und gegebenenfalls kann die Polizei verständigt werden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, die einzelnen Komponenten einer Smart-Home-Anlage mit einer Alarmanlage zu koppeln, die bei Auslösung direkt die Polizei verständigt.

 

 

 

 

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