Welchen Einfluss haben Stadtrat und Bürgermeister tatsächlich auf die Wahrnehmung ihrer Stadt?
Welchen Einfluss haben Stadtrat und Bürgermeister tatsächlich auf die Wahrnehmung ihrer Stadt? © fotolia.com: Microgen

Eine Stadt ist viel mehr als nur eine Zusammenreihung von Gebäuden. Sie erzählt von einer gewachsenen Geschichte, die oft Jahrhunderte Bestand hat. Viele historische Bauwerke entgingen dem Abriss nur durch das Veto des jeweils obersten Stadtvertreters, dem Bürgermeister. Sie sind in ihrer Gänze erhalten geblieben, weil wichtige Entscheider keine Kosten gescheut haben, um diese Bauten in standzuhalten.

Der Stadtrat und der Bürgermeister sollten Visionäre sein, die Entscheidungen treffen, die lange über ihr eigentliches Tun hinaus noch wirksam bleiben. Die auch nachfolgenden Generationen noch dienen, und die nachhaltig das Stadtbild und das Image vertreten. Auch die Gestaltung von Straßen, Brücken und Gewerbeobjekten hat Einfluss darauf, wie beliebt eine Stadt ist. Gibt es genug öffentliche Verkehrsmittel? Ist die Stadt ein sicherer Bereich? Wo kann man parken? Ist die Stadt behindertengerecht? All das sind Fragen, die zur Attraktivität einer Stadt beitragen. Erfolgreiche Städte blicken auf eine lange Reihe visionärer Entscheidungen zurück.

Stellung und Aufgaben des Bürgermeisters

Der Bürgermeister ist Leiter der Stadtverwaltung und oberster Repräsentant der Stadt. Das ist zunächst eine Managementaufgabe, haben Stadtverwaltungen auch kleinerer Städte meist mehrere Hundert Mitarbeiter. Die Berliner Verwaltung geht von einer dort notwendigen Personalstärke von 100.000 Mitarbeitern aus.

Als Oberhaupt ist der Bürgermeister dafür verantwortlich, dass die Aufgaben der Stadtverwaltung sachgemäß erledigt werden und die Verwaltung ordnungsgemäß funktioniert. Unabhängig also vom Alter oder Stadt, die es zu verwalten gilt, das Aufgabenfeld ist vielfältig und hegt Verantwortung. Hierbei unterstützen ihn eine Vielzahl von Ausschüssen, die bestimmte Sachthemen bearbeiten und dem Bürgermeister zuarbeiten (z.B. Bauausschuss, Verkehrsausschuss, Finanzausschuss etc.). Der Bürgermeister wird in den meisten Kommunen von den wahlberechtigten Bewohnern der Städte oder Gemeinden direkt gewählt. Lediglich in Berlin, Hamburg und Bremen erfolgt die Bürgermeisterwahl durch die jeweiligen Landesparlamente. Der Bürgermeister muss keiner politischen Partei angehören, was er natürlich darf, und wird in der Regel nicht wegen eines Parteiprogrammes gewählt.

Der Stadtrat

Der Stadtrat ist die Vertretung der Einwohner der betreffenden Kommune. Seine Mitglieder werden je nach kommunaler Verfassung für die Dauer von vier bis sechs Jahren gewählt. Der Stadtrat ist das oberste Organ der Stadt. Er beaufsichtigt die Verwaltung und beschließt kommunale Vorschriften, Satzungen etc. Auch wenn der Stadtrat ähnlich zu einem Parlament arbeitet, ist er dennoch ein Teil der Exekutive. Die von ihm erlassenen Normen haben keinen Gesetzescharakter, sondern stehen in der Normenhierarchie unterhalb von Gesetzen.

Wie wird die Stadt wahrgenommen?

Wie wird die Stadt wahrgenommen?

Für Image, Ansehen und Attraktivität einer Stadt bei ihren Bewohnern und Besuchern sind sicherlich der Bürgermeister und die Mitglieder des Stadtrates nicht der ausschlaggebende Faktor. Den meisten von ihnen wird noch nicht mal der Name des Bürgermeisters geläufig sein, ganz zu schweigen von denen der Stadtratsmitglieder. Viel wichtiger sind die Lage der Stadt (am Meer, in den Bergen, in einem Erholungsgebiet), das Vorhandensein einer Universität mit studentischem Leben, Kulturangebote, attraktive Arbeitgeber in der Stadt und im Umland und Ähnliches.

Aber indirekt und langfristig haben auch Bürgermeister und Stadtrat wichtigen Einfluss auf die Wahrnehmung Ihrer Stadt. Wichtig ist aber, dass diese Personen Eigenschaften besitzen, die nicht verordnet werden können. Erschöpft sich deren Tätigkeit in Fragen der Abfallsatzung und Haushaltsplanung? Oder gibt es unter ihnen Ideengeber, Strategen, Visionäre. Können Sie eine Vorstellung geben davon, wie Image und Attraktivität der Stadt verbessert werden können und sollen? Gibt es ein Stadtentwicklungskonzept, das auch Fragen beantwortet wie: Wie können wir die Stadt für junge Menschen attraktiv gestalten und erhalten? Welches optische Bild soll die Stadt zukünftig abgeben? Wie wird die Stadtmöblierung gestaltet?

Gibt es einen Plan, der sukzessive mit Maßnahmen und Zeitangaben vorgibt, wie die Ziele des Stadtentwicklungsplans erreicht werden sollen?

Wenn ja, wird sich die Wahrnehmung der Stadt bei Bürgern, Besuchern und Außenstehenden ständig verbessern. Es zeigt sich also, dass sowohl Stadtrat als auch Bürgermeister ein ganz wichtiges Maß an Einfluss auf das Image Ihrer Stadt haben, das allerdings sehr indirekt.
Niemand wird die Stadt besuchen oder dorthin umsiedeln, weil in dieser Stadt Herr Müller Bürgermeister oder Herr Schmitz Stadtratsmitglied ist. Aber vielleicht beeinflusst ihn das positive Wirken dieser Personen in seiner Entscheidung für genau diese Stadt.

Das virtuelle Image einer Stadt spielt mittlerweile ebenfalls eine bedeutende Rolle.

Neben einer sorgfältigen Ausführung der jeweiligen Aufgaben, sollte das virtuelle Image einer Stadt auf keinen Fall vernachlässigt werden.
Mittlerweile verfügt jede mittelgroße bis große Stadt über eine ortsabhängige Homepage, die all seinen Besuchern vorab einen Überblick über die ortsabhängigen Sehenswürdigkeiten, mögliche Freizeitaktivitäten, örtliche Küche und vieles mehr bietet.
Im besten Fall verfügt eine Stadt über eine mehrsprachige Internetseite (mindestens Deutsch und Englisch), sowie über einen Blog, der einige Male im Monat aktualisiert wird und über zukünftige Events berichtet.
Genauso wie eine Stadt lebt, tut es auch eine Homepage. Dementsprechend ist es wichtig, auch auf der virtuellen Darstellung der Internetseite genügend Fotos und Informationen bereitzustellen, wie zu sehen auf der Webseite der Stadt Offenburg.

Eine Homepage sollte mindestens folgende Kriterien erfüllen:
 Fotos, die es dem Besucher erlauben, sich ein Bild von der Stadt zu machen
 Allgemeine Informationen über die Stadt und Geschichtliches
 Blogbeiträge über anstehende Events und Ereignisse
 Ausführliche Informationen über Sehenswürdigkeiten (mit Angabe des genauen Standortes), mögliche Freizeitaktivitäten (z. B. Reitsport, wandern etc.), der Gastronomie und örtlichen Spezialitäten, sowie Übernachtungsstätten bzw. Hotels
 Eine Telefon Nummer um die Tourismuszentrale zu kontaktieren

Warum sind Touristen so wichtig für den Fortbestand einer Stadt?

In besonders gefragten Orten, sind Touristen nicht immer gerne gesehen. Das ist auch kein Wunder, immerhin sorgt die Vielzahl an fremden Menschen für mangelnde Autostellplätze und manchmal sogar zu einer Überflutung an den Supermarktkassen oder im Restaurant.
Touristen möchten ihren Urlaub genießen und nur Wenige kümmern sich darum, ob der Herr Huber pünktlich zur Arbeit kommt oder nicht. Aber unabhängig davon, ob man ein Fan vom Tourismus ist oder nicht, so spielen sie eine wichtige Rolle für den Fortbestand und die wirtschaftliche Stabilität einer Stadt. Denn bekanntermaßen kommen Touristen mit gefüllten Taschen, dessen Inhalt sie gerne während ihres Urlaubs verteilen.

Einen besonderen Nutzen haben folgende Branchen für einen steigenden Tourismus:
1. Gastronomie (Restaurants, Bars, Cafeterias, Hotels, Motels etc.)
2. Mode
3. öffentlicher Nahverkehr
4. Ferienvermietung und Kurzzeitvermietung

Gerade der reibungslose Verkehrsfluss in einer Stadt und die Parkflächen machen eine Stadt attraktiver für Besucher. Die rigide Verfolgung verzweifelter Falschparker bringt keiner Stadt wirklich Zulauf. Wenn man nur zu Gast ist und die Geheimparkplätze der Einheimischen nicht kennt, landet man schnell im Abseits mit seinem Auto. Ebenso ist die Frage eines Lokalleerstandes relevant, da viele Leerstände neuen Leerstand verursachen. Konkurrenz belebt auch hier das Geschäft.
Neue Besucher, die eine Stadt erst einmal richtig ins Herz geschlossen haben, sind auch potentielle Immobilienkäufer. Vielleicht möchte der ein oder andere eine zweite Bleibe besitzen oder eine Ferienwohnung kaufen. Touristen, die regelmäßig in die Stadt kommen, können den Immobilienmarkt bereichern. Das ist wahres Gift für das allgemeine Stadtbild und die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt
Graffiti Sprayer, die sich auf Hauswänden verewigen, verursachen ein Bild von Abwertung und Kontrollverlust. Gleiches gilt für kaputte Scheiben und vergammelnde Fassaden. Wo erst einmal Scheibenbruch nicht repariert wird, da gehen überall in der Nachbarschaft weitere Scheiben kaputt, da sich dann die Zerstörungswut Bahn bricht. Daher sollte jede Stadt tunlichst darauf bedacht sein, dass in Unterschichtvierteln keine Dauerschäden entstehen, die weiteren Schäden als Vorbild dienen. Auch Trinkerecken, Drogenumschlagplätze oder sonstige Brennpunkte sind zu vermeiden.
Da, wo eine Stadt die Kontrolle verliert, verliert sie auch die guten Kunden und Besucher. Denn niemand will sich mit Kind oder Familie in einem derartigen Umfeld aufhalten.

Eine entsprechende Beleuchtung und regelmäßige Kontrolle verhindert das Entstehen sozialer Brennpunkte.
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