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Heiraten im Frühling: Do and Dont‘s für ein langes Eheglück

Langsam verabschiedet sich der Winter auch in unserer Region. Das bringt nicht nur Forsythien zum Blühen, sondern sorgt auch auf den Standesämtern und in den Pfarreien für viel Betriebsamkeit.

Denn die Monate zwischen April/Mai und August/September sind statistisch die stärksten Eheschließungsmonate. Absolut nachvollziehbar, da die meisten ja bei angenehmem Wetter heiraten wollen und die grüne Natur als Hintergrund für das Hochzeitsfoto einfach romantischer und harmonischer wirkt als kahle Äste oder gar Unwetter.

Eine Menge Pärchen im Hitradio-Ohr-Land werden sich dieser Tage also in der Endphase ihrer Hochzeitsvorbereitungen befinden. Stress pur, der verhindert, dass man sich mal in Ruhe mit dem Eheleben auseinandersetzen kann. Gibt es ein Geheimrezept für garantiert glückliche Ehen? Nein. Aber es gibt Dinge, die man definitiv tun und vermeiden sollte – dann zumindest steigert man seine Chancen, die 15 statistischen Ehejahre zu weit mehr werden zu lassen.

Do: Bloß nichts ändern

Die allermeisten Paare haben, wenn sie sich das Ja-Wort geben, schon gemeinsame Jahre verlebt. Nicht wenige haben einen Haushalt, oft auch Kinder.

Diese Regel ist die wichtigste, quasi die Golden Rule des frühen Eheglücks:

Auf keinen Fall sollte man etwas Gravierendes an seinem Verhalten und dem Miteinander ändern, nur weil man Ringe trägt.

All die Faktoren, die dazu führten, dass man vor den Traualtar treten wird, sind der Beweis dafür, dass man vieles richtig gemacht hat. Dass man für sich eine Routine gefunden hat, die funktioniert.

Viele Paare sind der Ansicht, nach dem Ja-Wort müssten sie anders miteinander umgehen, ernsthafter, seriöser. Das ist falsch. Man hat sich zuvor geliebt, hat seine Abläufe gehabt. Und genau das sollte man auch als Eheleute beibehalten – never change a winning Team, diese Sport-Weisheit gilt auch hier.

Don’t: Für die Hochzeit seinen letzten Cent und mehr ausgeben

10.000 Euro. So viel kostet eine durchschnittliche Hochzeit in Deutschland– allerdings ist die Glocke, die diese Preisgrafik aufbaut, stark abgeflacht, von 5000 bis 15.000 ist alles vertreten.

Wer sich jetzt in der Vorbereitungs-Endphase befindet, kann natürlich nicht mehr allzu viel drehen. Aber diejenigen, die erst in den Sommermonaten heiraten, sollten noch versuchen, die Kosten zu drücken. Denn:

Für eine junge Ehe ist es eine gewaltige Belastungsprobe, aus den Flitterwochen heimzukehren und auf ein gähnendes Finanzloch schauen zu müssen.

Die wunderschöne Zeit, mit der man sein Eheleben startete, klappt ein wie ein Kartenhaus, wenn man zurückkehrt und feststellt, dass man jetzt erst mal jahrelang zahlen muss, für etwas, das schon hinter einem liegt.

Dann nämlich startet die Ehe schlechter als die Partnerschaftsphase endete – und mit Pech kann dieser kleine Riss der Anfang eines Sprungs im Glas sein, der es irgendwann zum Reißen bringt.


Do: Immer für ein Finanzpolster sorgen

Kleinlichkeit in finanziellen Angelegenheiten ist einer der wichtigsten Gründe für Scheidungen. Und generell ist Geld nichts, das ein Ehepaar auf die leichte Schulter nehmen sollte.

So schön es auch wäre, durch Luft und Liebe funktioniert keine Ehe. Wohl aber können ständige Geldsorgen die Liebe regelrecht ersticken.

Es gibt so viele einfache Tricks für echte Sparfüchse – und so manches davon funktioniert auch erst, wenn man verheiratet ist, etwa das Zusammenlegen von Versicherungen oder das Anpassen der Steuerklassen.

Sie alle sollte man, auch wenn jetzt genug Geld vorhanden ist, anwenden. Was man auf der hohen Kante hat, kann man irgendwann auf jeden Fall gut gebrauchen – sei es für künftige Liebesurlaube, ein Haus oder Kinder.

Don’t: Den anderen formen wollen

Wenn wir verheiratet sind, ist damit aber Schluss“. Sätze dieser Art werden von Eheleuten in Spe häufig ausgesprochen. Gemeint ist damit immer, dass die Ehe einem ein anderes Verhalten abnötigen sollte.

Stellt sich die Frage: Warum? Man liebt seinen Partner jetzt genug, um ihm zumindest das Versprechen zu geben, mit ihm gemeinsam alt zu werden.

Nach der Hochzeit anzufangen, am Partner „herumzuformen“ ist nicht nur unfair, sondern suggeriert ihm, dass er zuvor doch nicht so perfekt war.

Vor der Hochzeit war sein Vollbart gut genug, jetzt soll er es auf einmal nicht mehr sein? Dass sie einmal monatlich mit den Freundinnen ausging, war vorher okay, jetzt soll sie zuhause bleiben?

Für solche Änderungen gibt es keinen Grund.

Die Ehe ist (oder sollte) kein Anlass sein, um einen Menschen, mit dem man bisher „genügend“ zufrieden war, in seinem Sinne zu perfektionieren.

Entweder liebt man seinen Partner mit allen Stärken und Schwächen genug oder nicht. Aber ihn nach der Hochzeit erziehen zu wollen, ist ein No-Go.


Do: Die gemeinsamen Marotten pflegen

Ehe bzw. eine Langzeitbeziehung ist ein kleinster gemeinsamer Nenner, die Keimzelle einer Gesellschaft.

Und viele Paare entwickeln mit der Zeit gemeinsame Marotten „das machen auch wirklich nur wir“, sagt man sich grinsend und hat seinen Spaß.

Egal wie ausgefallen die Marotten sind, sie sind okay, wenn sie gemeinsam sind

Ob abends im Bett Kuscheltiere ihren Tag „erzählen“ dürfen, ob man bei guter Laune ulkige Tänze gemeinsam aufführt – vollkommen egal, wie merkwürdig es auch wirken mag. Macht es Spaß, sollte man es pflegen, denn eine gute Ehe lebt von tausenderlei kleinen Gemeinsamkeiten, die wie ein Faden zwei Stoffstücke zusammenhalten.

 

Don’t: Wegwerfmentalität auf die Ehe übertragen

Wer Facebook hat, ist sicher schon mal über diesen Spruch gestolpert, er wird häufig in unterschiedlichen Variationen geteilt:

Patty und Dan feiern ihren 65. Hochzeitstag. Auf die Frage, wie sie es so weit gemeinsam bringen konnten, antworteten sie: „wir kommen aus einer Zeit, in der man Dinge, wenn sie nicht richtig funktionierten, noch reparierte, statt sie wegzuwerfen“

Natürlich, dahinter steckt der Social-Media-Pathos, als auch etwas Kitsch. Allerdings stimmt der Grundgedanke hierbei absolut, denn an diesem einen Punkt unterscheidet sich die Ehe durchaus von der Langzeitbeziehung:

Das erhöhte Plateau, auf dem Ehe für die meisten gegenüber einer normalen Beziehung steht, sollte einen auch daran hindern, bei Problemen einfach herunterzuspringen.

Nein, man muss nicht „aushalten“, nur weil man verheiratet ist. Wohl aber sollten die Ringe Grund sein, die Sachen, die eine normale Beziehung demolieren würden, zu reparieren, anstatt sie vollends zerbrechen zu lassen.

Do: Den Partner immer wieder neu überzeugen

Schneller, als die meisten es sich in der Hochzeitsvorbereitung vorstellen möchten, wird nach dem Ende der Feierlichkeiten der Alltag eintreten.

Und so unvermeidbar und natürlich er auch ist, er desillusioniert. Mit ein Grund dafür ist, dass viele Liebende danach eine Attitüde des „jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen“ pflegen. Eigentlich sollte das Gegenteil der Fall sein:

Die frühen Ehetage sind ein hochloderndes Feuer. Danach wird es automatisch kleiner werden. Wichtig ist dann nur, dass man der Flamme immer wieder Nahrung liefert.

In der Ehe sollte man versuchen, dem Partner immer wieder zu zeigen, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Nein, das müssen keine großen Dinge sein, Liebe lässt sich durch kleine Dinge erhalten.

Jeder Tag ist gut genug, um durch Gesten, Worte und Kleinigkeiten den Alltag zu durchbrechen und dem Liebesfeuer einem kleinen Holzscheit unterzuschieben.

Mit all diesen Dingen ist zwar nicht garantiert, dass die Ehe wirklich ewig hält, aber sie wird „in guten wie in schlechten Zeiten“ stärker sein.  

 

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