Smart Homes sind seit einiger Zeit nicht mehr reine Zukunftsmusik, sondern für viele Menschen schon Realität. Häuser oder Wohnungen, die mit intelligenten Geräten ausgestattet sind, die mithelfen und den Alltag erleichtern, können gerade für ältere Menschen eine wirklich wertvolle Hilfe sein. Doch so sehr viele Fachleute und Enthusiasten den Mehrwert der Smart Homes auch betonen, die Nachfrage nach ihnen ist immer noch eher ernüchternd. Das mag unter anderem an der nicht unbegründeten Skepsis gegenüber der Sicherheit der Elektronik liegen. Eine neue Studie unterstreicht abermals, dass es tatsächlich noch Sicherheitslücken gibt, die nicht zu missachten sind.

 

Studienergebnisse zur Sicherheit bei Smart Homes

Der Antivirenprogramm-Hersteller "Avast" stellte auf dem "Mobile World Congress", der vom 25. Bis 28. Februar 2019 in Barcelona stattfand, eine erschreckende Studie vor. Deren Ergebnisse beruhten auf den Sicherheitsscans, welche Nutzer der Antivirensoftware mit dem "Avast Wi-Fi Inspector" im September 2018 durchgeführt hatten. Anwender scannten für den Report ganze 16 Millionen Heimnetzwerke mit 56 Millionen Geräten weltweit. Zwar konzentrierte sich die Studie auf Smarthome-Geräte, es wurden allerdings auch vernetzte Produkte wie Drucker oder Überwachungskameras miteinbezogen. Herauskam, dass in mehr als einem Drittel aller Haushalte mit Heimnetzwerk fünf oder mehr vernetzte Endgeräte vorhanden sind und dass es in 16,6% dieser Smart Homes mindestens ein unsicheres Gerät gibt.


Das Problem ist, dass ein einziges unsicheres Gerät vielen Hackern ausreicht, um sich Zugriff auf das gesamte Netzwerk zu verschaffen. Dabei können gespeicherte Daten sowie wichtige Passwörter und allerlei Vertrauliches gestohlen werden.

 Die Sicherheitslücken einiger Geräte erschweren vielen Verbrauchern immer noch die Entscheidung für intelligente Technik im eigenen Zuhause. Quelle Daten

 

 

Überforderte Nutzer…

Obwohl es eigentlich schon länger bekannt ist, dass Smart Homes durch die Vernetzung der Geräte ein gefundenes Fressen für feindliche Zugriffe darstellen, stellt die Blauäugigkeit der Nutzer noch immer einen der Hauptgründe für die Sicherheitslücken in Smart Homes dar. Dabei mangelt es selbstverständlich nicht am Willen, das Smart Home sicherer zu machen. Vielmehr fehlt gerade vielen älteren Leuten, für die die Technik Neuland ist, die aber von den Vorteilen überzeugt sind und in ihrem Alltag davon profitieren, die Kompetenz, jedes einzelne Gerät absolut sicher zu machen und vor allem die Sicherheit durch etwa Updates usw. aufrecht zu erhalten.

 

…und fahrlässige Hersteller

Hinzu kommt, dass noch immer viele Hersteller die Sicherheitsaspekte weitgehend ignorieren. Unter anderem schwache Zugangsdaten, wie etwa voreingestellte Passwörter oder nur eine veraltete Ein-Faktor-Authentifizierung sind für die Mängel in der Sicherheit verantwortlich.

 

Die Sinnvolle Nutzung intelligenter Technik

Entlastung und Komfort

Wie bereits angedeutet kann die intelligente Technik in vernetzten Smart Homes vor allem auch älteren Menschen bei der Bewältigung des Alltags helfen. Neben der Barrierefreiheit wird smarte Technik daher heute auch gezielt bei Neubauten sowie Renovierungen und Sanierungen hinsichtlich des Wohnens im Alter eingesetzt. Profitieren können Nutzer dann von etwa Roboterstaubsaugern, der Automatisierung der Heizung, der zentralen Steuerung von Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine und Nachrichten des Kühlschranks darüber, wenn ein Lebensmittelvorrat sich dem Ende zuneigt.

Das praktische ist, dass sich das Smart Home an die individuellen Bedürfnisse perfekt anpassen lässt. So erhöht sich auch der Komfort und das Wohnen wird nicht nur unkomplizierter, sondern auch entspannter und angenehmer – sei es im Alter oder für jüngere Menschen, die nach einem anstrengenden Arbeitstag manchmal am liebsten nur noch die Füße hochlegen und sich nicht mehr um den Haushalt kümmern würden.

 

Sicherheit

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Ein Punkt, der nicht nur älteren Menschen, die sich vielleicht nicht mehr ganz so sicher fühlen, wie in jungen Jahren, beim Thema Smart Home wichtig ist: Wohnung oder Haus werden durch vernetzte Technik mitunter deutlich sicherer. So lassen sich auch viele Systeme zur Überwachung und Absicherung automatisieren und zentral über etwa eine App auf dem Smartphone programmieren und steuern.

 

Wer etwa in Urlaub ist oder sich eine Zeit lang im Ausland aufhält und Wohnung oder Haus unbeaufsichtigt lassen muss, kann mit automatisierten Abläufen sein Hab und Gut schützen. Zwei Beispiele:

  1. Zwar wurde im Laufe der letzten Jahre bereits in allen Bundesländern eine Rauchmelderpflicht eingeführt, die etwa besagt, dass mindestens ein Rauchmelder in jedem Schlafraum und Kinderzimmer installiert werden muss. Allerdings schützt das die Wohnung oder das Haus noch lange nicht vor den Flammen, wenn man gerade nicht anwesend ist. Vernetzte und smarte Rauchmelder im Smart Home allerdings können einen per Benachrichtigung in einer App über Rauchentwicklung oder Brand informieren, sodass sofort Nachbarn oder gleich die Feuerwehr informiert werden kann.

 

  1. Ein sinnvoller Mechanismus, um potenziellen Einbrechern die eigene Anwesenheit vorzutäuschen, sind etwa das vorprogrammierte Hoch- und Herunterfahren der Jalousien zu bestimmten unregelmäßigen Uhrzeiten. Sollte es dann doch einmal zu einem tatsächlichen Einbruchsversuch kommen, kann mit diversen anderen Möglichkeiten in das Geschehen eingegriffen werden, ohne persönlich vor Ort sein zu müssen. So können die Einbrecher per Liveübertragung auf dem Smartphone verfolgt werden und es kann etwa plötzlich laute Musik oder Hundegebell abgespielt werden, um diese zu erschrecken und bestenfalls zu vertreiben.

 

Energieeffizienz

Nicht zu vergessen ist vor allem auch der Einsparungseffekt von Smart Homes, der heute wohl so wichtig ist, wie nie zuvor. In Zeiten der globalen Erwärmung und der ständigen Präsenz von Nachrichten über die stark gefährdete Umwelt, können Smart Homes nicht nur zu deren Schutz beitragen, mit ihnen sparen Verbraucher mitunter auch eine Menge Geld. Und dazu tragen nicht nur simple Funktionen, wie das Ausschalten aller Geräte per Fernsteuerung bei, sodass diese im Standby-Modus keine unnötige Energie ziehen. Auch eine Überprüfung und Steuerung der gesamten Energienutzung ist im Smart Home möglich. Durch eine ständige Messung des Strom-, Wasser- und Gasverbrauchs können optimierte Maßnahmen für das eigene Nutzungsverhalten abgeleitet und effektiv angewandt werden.

 

Smart Homes und die potenziellen Nutzer

Obwohl die Potenziale und bestehenden Vorteile von Smart Homes ganz offensichtlich zahlreich sind, hält sich die Verbreitung und Beliebtheit der Technik immer noch in Grenzen. Erst im Dezember 2018 wurde von der hopp Marktforschung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) eine Umfrage durchgeführt. Deren Ergebnisse kommentierte Thomas Engelke, Teamleiter für Energie und Bauen beim vzbv, mit folgenden Worten:

 „Obwohl die Vernetzung des Zuhauses mit intelligenten Geräten zunimmt, stehen viele Verbraucher dem Smart Home kritisch gegenüber. Sie sehen den Mehrwert dieser Produkte nicht, haben Angst vor Datenweitergabe und finden die Produkte zu teuer."

Das scheint den Nagel auf den Kopf zu treffen. Denn immerhin wussten 57% aller im Rahmen der Studie zum Thema Smart Home Befragten ziemlich genau, was so ein Smart Home eigentlich auszeichnet. Doch ganze 49% hatten schlichtweg kein Interesse daran, ein solches bei sich einzurichten. Von den potenziellen Nutzern bekundeten nur 9%, dass sie Smart Home Produkte und Dienstleistungen in jedem Fall nutzen möchten.

Um Verbraucher von der Technik überzeugen zu können, muss diese wohl so ausgereift sein, dass sich nur Vorteile gegenüber dem analogen Zuhause ergeben. Geklärt sein muss also, wer rechtlich haftet, wenn etwa aufgrund eines Programmierungsfehlers Schäden an der Heizung oder am Kühlschrank entstehen. Außerdem müssen Hersteller sicherstellen, dass über die gesamte Nutzungszeit eines Gerätes Sicherheits-Updates zur Verfügung stehen und diese sich bestenfalls automatisch installieren oder zumindest unkompliziert installieren lassen. Keinesfalls dürfen Smart Home Produkte außerdem zu Zusatzkosten führen – spätestens nach zwei bis drei Jahren sollten sie sich rechnen.

 

Fachtagungen und Informationsveranstaltungen im Schwarzwald

Auch im Schwarzwald ist man hinterher, die Bürger hinsichtlich des Einsatzes intelligenter Technik in den Haushalten aufzuklären und sich zeitgemäßer auszustatten. Schon Ende 2016 wurden etwa im Neurieder Gemeinderat Tablets eingeführt auf denen sich alle wichtigen Unterlagen für die Kommunalpolitik befinden. Und die vernetzten Geräte sind auch ein großes Thema für Landratsamt Schwarzwald-Baar. So informierte jenes nicht nur Ende 2018 während der Fachtagung "Smart day" im Hahn-Schickard-Institut Pflegedienstleister, Sozialverbände, Krankenkasse, öffentliche Verwaltung und weitere Zielgruppen über das Beratungsangebot zu Smart Home-Lösungen.

Auch Bürger selbst sollen sich zu den umfangreichen Angeboten im Bereich Smart Home und deren Finanzierung informieren können. Deshalb sind die Beratungen auch bei der Beratungsstelle für Alter und Technik kostenlos.

"Wir machen bei Bedarf auch Hausbesuche"


Das betont Maren Koffler vom Landratsamt Schwarzwald-Baar und macht damit deutlich, dass ihr etwas an der Verbreitung von hilfreichen Smart Home Lösungen gerade auch für Senioren liegt. Zwar würden Notfallknopf, Aufstehhilfe und Badewannen- sowie Treppenlift schon unter älteren Leuten akzeptiert, mit Herdüberwachungssystemen, Bewegungssensoren, Ortungssystemen, Lichtsteuerung usw. täten diese sich aber noch schwer. In einer Musterwohnung im Schwarzwald-Baar-Kreis (in den Räumen der Gewerblichen Schule Schwenningen) etwa lässt sich die smarte Technik daher auch live erleben und näherkennenlernen. Außerdem wollen Projekte wie der Imagefilm zu Smart Home & Living, der ebenfalls Ende 2018 in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg entstand über die Zukunft des intelligenten Wohnens aufklären.

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Vergrößert sich irgendwann der Leistungskatalog der Krankenkassen und werden neue Smart Home Lösungen als echte Hilfestellungen für Senioren anerkannt, werden diese Lösungen wiederum sicherer und öffnen sich die Verbraucher für das Neue, dürfte dem intelligenten Zuhause der Zukunft eigentlich kaum noch etwas im Wege stehen.

 

 

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