Viele Kritiker haben Taylor Swifts Album „Folklore“ ganz oben mit dabei auf ihrer Liste der besten Alben 2020, und es fällt bei ihnen durchaus auch schon mal der Begriff „genial“, wenn es um die Qualität des Longplayers geht, der während des ersten Lockdowns entstanden war. Und während noch nicht einmal feststeht, welche ihrer sechs Grammy-Nominierungen am Ende mit dem Preis für Taylor Swift enden, hat sie schon das nächste Album rausgehauen. Knapp fünf Monate nach „Folklore“ erschien „Evermore“. Sie nennt es selbst das „Schwesteralbum“ des Vorgängers. Taylor und ihr Team haben nach „Folklore“ einfach weiter Songs geschrieben, erzählt sie, es habe einfach nur Spaß gemacht, kreativ zu sein in so einer verrückten Zeit. Schließlich hätten sie gemerkt: Hey, das ist ja genug Material für ein komplettes neues Album. Gleichzeitig warf Taylor in diesem merkwürdigen Jahr 2020 auch bisherige Regeln über Bord, die sie im Kopf hatte – also z.B. dass eine bestimmte Zeit zwischen zwei Alben liegen sollte. „Wir brauchen Musik", sagt sie - außerdem wolle sie auf diese Weise mit ihren Fans in Verbindung bleiben. Und wie es Taylors Beschreibung „Schwesteralbum“ schon aussagt: „Evermore“ klingt wie auch der Vorgänger nicht Swift-typisch nach perfekt produziertem Pop mit Dance- und R’n’B-Einflüssen, sondern handgemacht, reduziert und insgesamt recht ruhig. Auch wenn das Album in der Corona-Zeit entstand, bleibt das Thema letztlich aber außen vor.

Sven Steiner

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